Saisonbericht Herren 30/2

Nervenstarke Aufstiegshelden

Ein schriller Jauchzer verkündete letztendlich, auch über die Zäune des Clubgeländes des TSV Spandau hinaus, den besiegelten Aufstieg der Herren 30/2 in die Verbandsliga.
Doch von vorne…
Mit einem ambitionierten Team, dass schon seit längerem zusammenspielt und jede Saison punktuell verstärkt wurde, starteten wir schon mit dem Wintertraining das Projekt Aufstieg. Dann kam die Corona Pandemie und niemand wusste, ob das Virus überhaupt Verbandsspiele zulässt. Letztendlich konnte bekanntermaßen gespielt werden, allerdings in einer Liga, die so zusammengewürfelt wurde, dass sie durch Mannschaften wie Neuruppin und Cottbus eher an überregionale Spielklassen erinnerte, als an eine Bezirksoberliga der Senioren.
Nach dem souveränen 8:1 Heimsieg am ersten Spieltag gegen Cottbus kam es so zu einer weiten Auswärtsfahrt am zweiten Spieltag nach Neuruppin (Spielbeginn 9:00 am Sonntag). Unsere Gegner aus Neuruppin zeigten dann von Beginn an durch Spielstärke und sehr aggressive Kommunikation, dass sie uns die Punkte nur zu ungern mit nach Berlin geben möchten. Mental stark und spielerisch keinen Deut schlechter hielten wir dagegen. Nach den Einzeln stand es 3:3. Im Doppel setzte sich letztendlich unsere spielerische Klasse zu einem 5:4 Sieg durch, sodass der Auswärtspunkt fröhlich bei uns auf der Rückbank platznahm und mit uns nach Berlin fuhr.
Ein weiterer 9:0 Pflichtsieg im zweiten Heimspiel gegen Lichtenberg war dann die Ouvertüre zum entscheidenden Auswärtsspiel in Spandau. Die Ausgangssituation vor dem Spiel war denkbar knifflig und ein Schmaus für Fans der Mathematik, da für Spandau anschließend noch ein weiteres Auswärtsspiel in Lichtenberg anstand, gleichzeitig Spandau aber bereits knapp gegen Neuruppin verloren hatte. Ausgehend von einem hypothetischem, aber sehr realistischem 9:0 Sieg von Spandau in Lichtenberg, wäre Spandau bei einem 5:4 Sieg gegen uns aufgestiegen. Die Einzel waren teilweise sehr umkämpft, ergaben jedoch eine erfreuliche 4:2 Führung für uns. Das dritte Doppel wurde anschließend jedoch sehr schnell verloren und auch die beiden anderen Doppel gaben jeweils den ersten Satz ab. Während sich auch bei Doppel 1 die Wende nicht abzeichnete, konnte das zweite Doppel bestehend aus Jim Reifferscheid und Henrik Figge mit Beginn des zweiten Satzes den Schalter umlegen und den Matchtiebreak erzwingen. Der Ausgang dieses Tennisthrillers führte dann zu dem oben beschriebenen Gefühlsausbruch bei den mitgereisten Auswärtsfans, die sich hauptsächlich aus den bereits verlorenen Doppelparteien bildeten, und zu großer Erleichterung im gesamten Team.
Die ausgesprochene Gastfreundschaft des Teams aus Spandau, die die Niederlage sehr sportlich aufnahmen, führte dazu, dass dieser Erfolg uns noch bei dem ein oder anderen Getränk etwas länger in Spandau verweilen ließ.
Wir freuen uns auf die nächste Saison in der Verbandsliga.


Gespielt haben: Julian Bethmann, Andreas Danner, Henrik Figge, Moritz Marker, David Nieter, Lennart Reatzell, Jim Reifferscheid, Felix von Saurma-Jeltsch, Michael Wolf